Donnerstag, 28. November 2013

Ein Schmetterling im November oder „Wie mache ich aus einer guten Idee einfach nichts“

Mal so zwischendurch...

Eine junge Isländerin ist auf dem Weg zu einer Verabredung mit ihrem Liebhaber, von dem sie sich trennen will, aber er kommt ihr zuvor. Auf dem Weg zu ihm hat sie eine Graugans überfahren, die jetzt im Kofferraum liegt. Mit der Gans, nimmt sie sich vor, will sie ihren Mann überraschen und ein vorgezogenes Weihnachtsessen zubereiten. Der aber – »das kann so nicht weitergehen« – eröffnet ihr während des Essens, dass er sie verlassen wird, um mit seiner Kollegin Nina zusammen zu ziehen, die ein Kind von ihm erwartet. Hals über Kopf stürzt sich die junge Frau daraufhin in eine Reise durch ihr Land. Mit dem Handschuhfach voller Geld, denn tatsächlich ist eingetroffen, was ihr eine Wahrsagerin prophezeit hat, sie hat im Lotto gewonnen. Und noch etwas hat ihr die Wahrsagerin prophezeit: Sie wird den Mann ihres Lebens treffen, wenn zwei weitere Tiere gestorben sind… Begleitet wird sie von einem kleinen Kind, dem gehörlosen Sohn ihrer Freundin, mit dem sie, die vielsprachige Lektorin und Übersetzerin, Sprache ganz neu lernt. Eine Freundschaft entsteht. Nach vielen Abenteuern treffen sie in einem kleinen Ort an der Ostküste ein und richten sich im alten Haus der Großeltern ein, in dem die junge Frau als Kind viele Sommer verbracht hat. Drei Tiere sind gestorben. Wo ist der Mann ihres Lebens? Die isländische Bestsellerautorin Auður Ava Ólafsdóttir erzählt in ihrem berührenden Roman von einer Reise durch das winterliche Island und von einer herzerwärmenden Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und einer kinderlosen Frau. Die Geschichte einer Reise und Freundschaft – mit Kochrezepten für besondere Anlässe.


Audur Ava Olafsdottir hat im Grunde eine tolle Idee zum Buch gehabt, die leider aber eben nur eine solche bleibt.
Der anfänglich „andere“ Erzählstil, die Namenlosigkeit (der meisten) Handelden und die skurril-bizarre Gedankenwelt der (ebenso namenlosen) Protagonistin verlieren spätestens zur Hälfte der 355 Seiten ihren Reiz, so dass das weitere Lesen eher zur lustlosen Pflichtaufgabe wird, die dank des offenen Endes leider nicht belohnt wird.
Die auf dem Umschlag gerühmten „Rezepte für besondere Anlässe“ finden im letzten Buchabschnitt ihren Platz, sind aber leider in den allermeisten Fällen (auch dank absurder Zutatenlisten) nicht brauchbar. So bleibt es insgesamt bei einem netten Versuch, der maximal 2,5 von 5 Sternen verdient.

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